shovenisten
"Ob sie wohl diesmal jungfräulich bleiben wird? Ich glaube es nicht, aber wir werden sehen. Genau genommen ist es sowieso sie selbst, die im Kollektiv jeden einzelnen darin verführt. Trotzdem zwingt sie ja niemanden, jeder ist freiwillig dabei"
"Angst befällt mich, die sich als Trauer getarnt hat. Ich weiss, dass ich wieder nicht derjenige sein werde, der nein sagt. Ist es Verdrängung, die aus dieser Trauer unbemerkt Freude werden lässt, Freude und Lust und Geilheit."
"Aber es ist noch nicht soweit, die Hüterin des Tages ist noch fleissig. Unglaublich fleissig sogar, selbst die nur halb so grellen Auswürfe ihres Könnens brennen immer noch wie ein aufloderndes Feuer auf meinen Wangen. Bitte bleibe noch, noch ein bisschen länger. Sie scheint meinen Gedanken nicht gehört zu haben, oder sie ignoriert ihn einfach. Ein letzter prüfender Blick, und sie verabschiedet sich. So fern wie nur vorstellbar schliesst sie die Türe und hinterlässt Leuchtspuren durch das Milchglas. Es ist ja auch schon spät. Für sie. Für uns ist es früh."
"Selbst der geheuchelte Glaube spendet Ruhe und Frieden, stopft den Sorgen die Fressen. Meine Kirche trage ich in meinem Kopf, eine kleine Kapelle im hinteren Hirnbereich, in die ich gehen kann."
"Der Grund der Feier ist vergessen, wenn sich auch nur einer besinnen würde, dass es ihn nie gab, würde das dem Abend einen Abbruch bescheren? Nein! Was für ein absurder Gedanke! Ist es nicht die Abstinenz des Grundes, die gefeiert wird?"
"Ich werde zum Mittäter, schliesse mich an, führe, trage bei zu der Show, die wir uns vorführen werden. Ein endloses Spiel, auf und ab, ja und nein im sich immer wiederholenden, gleichbleibenden Rhythmus. Mein Kostüm hat mir irgendwer schon angezogen, unbemerkt, ich weiss nicht, wie lange ich es schon wieder trage. Wahrscheinlich war ich das selbst, heut morgen schon."